Registrieren    Anmelden    Forum    FAQ

Foren-Übersicht » MYTHEN, LEGENDEN UND SAGEN » Nord- & Südamerika




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Beitrag Verfasst: Mittwoch, 19. Mai 2010, 18:16:22 
Offline
Webmaster
Benutzeravatar

Registriert: Freitag, 24. April 2009, 02:22:55
Beiträge: 455
Also ich dieser Tage wieder einmal durch das Internet stöberte, fiel mein Blick auf eine alte knapp 60 Jahre alte Geisterlegende aus Mexiko. Da ich diese Story recht interessant finde, wollte ich euch diese Geschichte nicht vorenthalten und dachte mir, das diese Geschichte für die Freunde des Grusels sicher recht interessant sein dürfte. In der Nähe eines Vorortes von Mexiko-City liegen die Kanäle von Xochimilco. Hier liegt eine Insel die sich "La Isla de las Munecas" was soviel wie "Die Insel der Puppen" bedeutet. Die besagte Insel ist ein Kultort der hiesigen Landbevölkerung, der Einflüsse aus Religion der Atzteken aufnahm. Wenn man dieses Insel betritt, fühlt man sich in bester Hollywoodmanier wie in einen Gruselfilm versetzt. Unbeobachtet bleibt man hier auf keinen Fall, denn auf der "Insel der Puppen" wird man von mehr als sage und schreibe 1000 stark verrotteten Spielzeug-Puppen beobachtet, die auf auf der ganzen Insel verteilt ihr Dasein fristen. In Bäumen, Dächern, Fenstern, Türen und sogar im Boden, überall wo man sich auch auf der Insel bewegt begegnet man den Puppen. Die Menschen aus dieser Region haben diese Puppen aus Aberglauben im Laufe der Zeit hier aufgestellt um den Geist eines kleinen Mädchens zu vertreiben.

Die Erklärung für diesen Namen geht auf eine Tradition der Inselbewohner zurück, die wiederrum auf ein tragisches Ereignis zurückgeht. Laut Behörden, ertrank 1951 in den Kanälen von Xochimilco ein kleines Mädchen beim schwimmen. Der Leichnam wurde ans Ufer gespült und hier von Julián Santana Barrera gefunden. Ihr Geist hat angeblich bis heute keine Ruhe gefunden und soll jedem Menschen der ihm begegnet schweres Unglück bringen. Der Geist des Mädchens erschien nach ihrem Ableben angeblich dem Blumenzüchter Julián Santana Barrera, der in der Nähe wohnte angeblich immer und immer wieder in qualvollen Träumen. Julián Santana Barrera wurde schließlich so sehr von dem herumstreunenden Geist geplagt, dass er damit anfing ihr zuliebe Puppen aufzuhängen die er fand. Alte hauptsächlich Babypuppen aus dem Kanal (verloren von Gästen auf Ausflugsbooten) schienen den Geist fernzuhalten.

Die ersten Puppen hängte er noch selber in die Bäume und wenigen Hütten der Insel. Schließlich kamen immer mehr neugierige Menschen und brachten selber alte Puppen mit. Innerhalb von 50 Jahren kamen so wie oben bereits erwähnt mehr als 1000 Puppen zusammen, da die Landbevölkerung zudem auch irgendwann begann auf der Insel Puppen abzulegen. Es hat sich auf Isla de las Munecas eine Art Brauchtum entwickelt, um geisterhafte Erscheinungen oder andere schlimme Ereignisse abzuwenden, eine Puppe aufzuhängen. Dieser Brauch, wird bis zum heutigen Tage auch sehr gewissenhaft gepflegt. Im Laufe der Jahre entstand hier so eine Landschaft von Puppen, wie es diese wohl an keinem anderen Platz der Welt gibt.

Julián Santana Barrera ertrank übrigens ironischerweise genau 50 Jahre später an der gleichen Stelle, an der einst das kleine Mädchen ertrank.

Hier setze ich euch einmal ein paar Fotos und zwei kleine Videos zu dem Thema ein, damit ihr euch selber einen kurzen Überblick verschaffen könnt.



Insel der Puppen 1

Insel der Puppen 2

BildBildBild

BildBildBild

BildBildBild

BildBildBild

Quellen:

http://cakeheadlovesevil.wordpress.com/2009/04/18/island-of-the-dolls/

Wikimedia.com


Nach oben 
  
 
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Donnerstag, 20. Mai 2010, 08:37:56 
Offline
Mysteria-Semper Assistent
Benutzeravatar

Registriert: Montag, 27. Juli 2009, 11:04:44
Beiträge: 218
Das ist mal eine drollige Geschichte. Hier ist ja eine Art Neuzeit-Kult entstanden. Da muss ich dran denken
(Wenn auch in einem anderen
Maßstab) wie z.b die Osterinselfiguren, Nazca-Linien usw
entstanden sind.

Welcher Gedanke steckte dahinter? - Hier auf der Insel der Puppen
ist das noch nachvollziehbar - aber in 500-600 Jahren wird es niemand
mehr wissen. Was wird man da wohl hinein interpretieren :wink:


Nach oben 
  
 
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Samstag, 22. Mai 2010, 11:38:16 
Offline
Webmaster
Benutzeravatar

Registriert: Freitag, 24. April 2009, 02:22:55
Beiträge: 455
Eine interessante Sichtweise muss ich zu geben. Irgendwie habe ich bei diesen Fotos den Eindruck, das man hier in einem billigen B-Movies des Horrors verankert wäre. Ich hätte niemals gedacht, das es irgendwo auf der Welt tatsächlich einen solchen Ort geben könnte. Da mal eine Nacht lang das Zelt aufstellen und die Atmosphäre genießen, hätte sicherlich was.

Aber um mal auf die Sichtweise von SirTosch zurück zu kommen, ich frag mich wirklich, wie die Menschen in einigen hundert Jahren auf diese Geschichte reagieren würden. Was bleibt übrig, von der Insel der Puppen? Wenn überhaupt etwas übrig bleibt! Da wird es sicherlich interessant werden, ob die Menschen hier in irgendeiner Weise etwas archivieren können.

Die Sichtweise in vielleicht 300 Jahren, würde mich wirklich sehr interessieren. Welche Legenden und Geschichten würden sich die Menschen dann erzählen? Tja, so entstehen Mythen und Legenden, wirklich hoch interessant.


Nach oben 
  
 
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Samstag, 22. Mai 2010, 16:14:02 
Offline
Ghosthunter TPF-Baden
Benutzeravatar

Registriert: Montag, 17. Mai 2010, 19:10:07
Beiträge: 29
Das is ja wirklich wie in einem Horrorfilm... da könnte ich mich keine Stunde aufhalten :D

Hab ja nichts gegen Puppen... solange sie keine Bedeutung haben, was ja dort der Fall ist.
Allein diese Tatsache im Hinterstübchen reicht glaube ich schon, um sich dort zu gruseln :?

_________________
http://www.tpf-baden.de


Nach oben 
  
 
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Sonntag, 25. Juli 2010, 14:33:38 
 

Naja die Frage ist, ob die Puppen aufgehängt wurden, um den Geist des Mädchen zu vertreiben oder um sie zu besänftigen. Weil wenn ich mir so manche Puppen ansehe, sieht es doch sehr erschreckend aus, wen da ein Bein, ein Auge oder sonst etwas fehlt.

Und die Tatsache, dass da manchmal auch nur mal ein Kopf hängt, ist doch schon sehr... merkwürdig. Vor allem, dass die meisten Puppen eine "Schlinge um den Hals" haben, hat für mich persönlich doch eher etwas Negatives an sich.



Nach oben 
  
 
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Dienstag, 24. August 2010, 19:54:06 
Offline
Ghosthunter-Leader P.I.T. Harz-Heide
Benutzeravatar

Registriert: Montag, 22. Juni 2009, 19:59:03
Beiträge: 34
Vielleicht sind die fehlenden Gliedmaßen mit der Zeit abgefallen oder wurden von Tieren runtergerissen oder abgeknabbert oder sowas. So kann ich mir auch den einzelnen Puppenkopf erklären, wo der Körper fehlt. Auch wenn's Plastik ist, mit der Zeit wird das ja auch spröde und brüchig. Oder auch bei Porzelan...ein kräftiger Windstoß, Puppe knallt gegen Baum *klirr*, irgendwas ist zu Bruch gegangen. Die kaputten Augen kenne ich von meinen Puppen früher. Einmal zu fest draufgedrückt, patsch, war ein Auge weg. Aber auch hier könnte einfach der Zahn der Zeit dran genagt haben. Wer weiß, wie lange diese Puppen da schon hängen. So könnte ich mir das zumindest erklären.

Warum viele Puppen am Hals aufgehängt wurden...uff, da bin ich mir auch nicht so wirklich sicher.

Mein erster Gedanke war, dass es wohl egal ist, wie man sie aufgehängt hat (ob nun um den Bauch, am Arm, am Hals etc.), Hauptsache sie hängen.

Zweiter Gedanke:
Vielleicht ist das aber auch so ein Glaube, der mit den Gegensätzen Wasser - Luft zu tun hat. Das Mädchen ist ertrunken, das Wasser hielt sie also gefangen. Die Puppen werden in die Luft gehängt und sollen ihren Geist besänftigen. Jeh höher die Puppe hängt und jeh weniger Seil dazu gebraucht wurde, desto mehr Freiheit hat sie und somit eben auch der Geist des Mädchens. Außerdem ist es oben ruhiger als unten. Unten ist das Wasser, die Angst, das Unglück, oben ist die Ruhe, die rettende Atemluft. Die Freiheit eben. Und das soll mit den Puppen signalisiert werden.

Dritter Gedanke:
Mir fiel auf, dass alle Puppen mit dem Kopf nach oben hängen. Warum? Das M;ädchen ist damals ertrunken, ihr Kopf war also unten, nämlich unter Wasser. Der Kopf muss, wenn man schwimmt, aber oben sein, also über Wasser, um atmen zu können. Deswegen müssen die Puppen auch so rum aufgehängt werden. Und vielleicht wußten einige Leute eben nicht, wie sie sonst ihre Puppe hätten befestigen können (wenn sie aus Stoff oder einem sehr brüchigen Material waren oder so), ohne dass der Kopf herunterfallen würde und der Eindruck entstehen würde, die Puppe sei "ebenfalls" ertrunken. Solange der Kopf oben ist, ist es egal, wo das Seil an der Puppe befestigt ist. Vielleicht soll einfach diese Haltung den Geist besänftigen.

Vierter Gedanke:
Vielleicht sollen die Puppen aber auch zeigen "Wir haben dich nicht vergessen" und somit den Geist beruhigen. Deswegen waren die ersten Puppen auch aus dem Kanal. Gäste hatten sie verloren, sie waren somit also "ertrunken" und wurden geborgen und in die Freiheit gebracht, nämlich in die Luft. Rettung für die Puppen und somit auch Rettung für den Geist des Mädchens.

Oder ist das alles der totale Unfug? Was meint ihr?

Alles zusammen ergibt es aber schon ein sehr gruseliges Bild *schauder*. Dennoch muss es eine interessante Atmosphäre dort sein, dessen bin ich mir sicher!

_________________
(O-Ton mein Sohn) "Mama, du bist so mild, so sahnig und so frisch!"

Wohl zuviel Werbung geschaut, der Süße...


Nach oben 
  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 

Foren-Übersicht » MYTHEN, LEGENDEN UND SAGEN » Nord- & Südamerika


 
Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  

Shoutbox

cron
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de