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 Beitrag Verfasst: Mittwoch, 24. Juni 2009, 17:09:03 
 

Anna Göldi

Anna wurde am 23. August 1734 als Tochter einer sehr armen Familie im Sennwald geboren. Es heißt, sie soll eine wunderschöne Frau gewesen sein.

Mit 14 Jahren arbeitete sie in Meyenfeldt als Bauernmagd, um so ihren Lebensunterhalt zu verdienen und ihrer Familie unter die Arme greifen zu können.
Mit 28 Jahren war sie in einem Pfarrhaus beschäftigt, welches sich im Sennwald befand, wo sie auch einen jungen Mann namens Jakob Rhodurner kennen lernte. Bald wurde Anna von ihm schwanger, woraufhin er sie sitzen ließ. Anna verheimlichte ihre Schwangerschaft, was sie auch dafür veranlasste, das Kind ohne jegliche Hilfen auf die Welt zu bringen. Kurz nach der Geburt starb der Säugling. Nachdem der Leichnam des Kindes gefunden wurde, wurde Anna öffentlich an die Schandsäule gestellt.

Im Jahre 1751 arbeitete Anna im Haus eines gewissen Dr. Zwicky in Mollis, von dem sie auch schwanger wurde. Wieder verheimlichte Anna ihre Schwangerschaft.
*

*Ob das Kind überlebt hat oder gestorben ist, ist nicht bekannt.



Sie wechselte noch oft ihre Dienststelle, bis sie mit 42 Jahren eine Dienststelle bei einem angesehenen Arzt und Richter namens Johann Jakob Tschudi antrat. Tschudi lebte mit Frau und seinen fünf Kindern in Glarus/Schweiz. Eine der Töchter hieß Annemaria, welche zu dem Zeitpunkt 8 Jahre alt war. Man sagt, dass sie verwöhnt, unartig und dumm gewesen sei und der Magd immer wieder die Haube vom Kopf riss.
Einige Tage nach dieser Aktion fand Annemaria Stecknadeln in ihrer Milch und auf den darauffolgenden Tagen sogar welche in ihrem Brot. Ihre Eltern waren verwirrt und wussten nicht, was da vor sich ging, bis sie anfingen, Anna Göldi die Schuld dafür zu geben, da sie diejenige war, die die Milch aufkochte und das Essen vorbereitete. Die Magd wurde sofort zur Rede gestellt, doch ohne Erfolg! Als auf die darauffolgenden Tage erneut Stecknadeln im Essen der Tochter gefunden wurde, wurde Göldi von der Familie verjagt. Doch mit dem Rausschmiss Annas hatten die Ereignisse nicht aufgehört - immer wieder wurden Stecknadeln im Essen gefunden. Kurz nach der Entlassung Göldis bekam Annemaria sonderbare Anfälle: heftiges Zittern, Stöhnen und wirres Zeug redend, wie wenn sie im Fieberwahn wäre. Auch hörte sie auf zu essen, verweigerte jegliche Nahrung und musste deshalb mit Tee ernährt werden.
Einige Tage später hatte Annemaria heftige Hustenanfälle, bei denen sie blutigen Schleim mit Stecknadeln spuckte. Sofort wurde sie das Gesprächsthema Nr.1 in Glarus. Die Nadeln, die das Kind ausspie wurden alle - kleine und große, gerade und gebogene - untersucht und aufbewahrt.

Für die Familie Tschudi war es klar: Hinter alldem musste Anna Göldi stecken!
Gleich machte man sich drauf und dran, Göldi zu finden und sie festzunehmen. Doch da sie von Dr. Zwicki gewarnt wurde, misslang die Verhaftung.
Annemaria spie weiterhin Stecknadeln und zu allem Überfluss spuckte sie auch noch Drähte. Auch fing ihr linkes Bein an sich zu verkrampfen und zu verkrümmen. Ihre Eltern versuchten alles mögliche, um ihrer Tochter zu helfen - doch vergebens! Kein Arzt konnte dem jungen Mädchen helfen, woraufhin ein Teufelsbanner hinzugezogen wurde. Dieser gab dem Kind viele verschiedene Arten von Getränken, aber nichts half, woraufhin dieser meinte, dass nur diejenige Person Annemaria heilen könne, die ihr das angetan hatte.

Dr. Tschudi drängte die Ratsherren, Anna Göldi zu fassen, woraufhin ein Steckbrief an alle Regierungen verschickt wurde. Göldi wurde in Degersheim verhaftet und am 21. Februar 1782 nach Glarus gebracht.

Unterdessen geschah es, dass die kleine Annemaria immer mehr wirres Zeug redete und meinte, sie wisse etwas, könne es aber nicht sagen. Nach langem Einreden auf das Kind, rückte es mit der Sprache heraus:

Als an einem Sonntag niemand zuhause war, sei Annemaria von Anna Göldi mit in die Magdkammer mitgenommen worden, wo der Schlosser Rudolph Steinmüller neben Anna auf einem Bett gesessen habe und jemand, der weder Arme noch Beine hatte, auf dem Boden herumgekrochen sei. Anna soll dem Kind ein "Leckerlein" gegeben haben, damit sie ihren Eltern ja nichts erzählen sollte.
Auch erzählte Annemaria, dass Anna Göldi ihr mit der Hand am linken Bein heruntergestrichen sei, woraufhin es sich versteifte.

Nachdem das Kind davon erzählt hatte, war für alle klar: Anna Göldi muss die Nadeln und Drähte in das "Leckerlein" hineingeschoben haben!

Bis zu ihrem Prozess vor dem Evangelischen Rat wollte Tschudi Anna Göldi zu seinem erkrankten Kind bringen lassen, da der Teufelsbanner Irminger der Meinung war, dass nur sie das Kind heilen könne, doch Anna lehnte ab mit der Aussage, dass sie Annemaria nicht helfen könne, da sie ihr nichts angetan hätte. Als man ihr drohte, sie dem Scharfrichter zu übergeben, bat Göldi um einen Tag Bedenkzeit. Am darauffolgenden Tag willigte Anna unter Tränen ein, das Kind mit "Hilfe Gottes" zu behandeln.

Als Anna auf die Ratsstube geführt wurde, warteten dort bereits die Untersuchungskommission, Annemaria und ihr Vater. Göldi kniete sich unter Tränen nieder und streichelte und drückte an Annemarias gekrümmten Fuß herum, immer wieder beteuernd, dass sie unschuldig sei. Die ganze Prozedur wurde am darauffolgenden Tag wiederholt, doch ohne sichtbaren Erfolg. Jedoch fiel einigen auf, dass Annemarias Fuß während der Prozedur keinerlei Schmerzempfindungen zeigte, war sie doch diejenige, die bei der kleinsten Berührung aufschrie.
Auch ihre Mutter sagte, dass während des Schlafens, Annemarias Fuß eine normale Form habe, doch sobald sie aufwacht, wieder eine gekrümmte Stellung einnehme.
Doch da die Heilungssitzungen keinen Erfolg brachten, wurde vorgeschlagen, dass Anna das Kind dort heilen solle, wo die Verzauberung stattgefunden hatte - nämlich im Hause Tschudis. Dort wurde die ganze Heilungsprozedur wiederholt und zum Staunen aller: Mit Erfolg! Annemaria konnte wieder gehen und ihr Fuß wies keinerlei Verkrümmungen auf. Anna Göldi war sehr überrascht darüber, da sie doch nichts damit zu tun hatte, dass die Kleine Nadeln spuckte und sich ihr Fuß krümmte.

Göldi hatte sich verhofft, durch die Heilung wieder frei zu kommen, doch da täuschte sie sich, denn die Heilung der kleinen Annemaria war ein Beweis dafür, dass Göldi übernatürliche Kräfte besaß!

Am 21. März 1782 wurde Anna Göldi einvernommen. Das Verhör dauerte ganze vier Stunden lang, gefolgt von weiteren Prozessen, bis Anna völlig erschöpft und mit Angst erfüllt vor die Richter trat. Sie wurde über die Nadeln befragt, über die sie nichts sagen konnte, außer, dass sie nicht wisse, woher sie kamen. Doch dies war nicht genug für die Richter, woraufhin sie so lange auf sie eingeredet haben, bis sie zugab, dass sie es war, die die Nadeln in die Milch Annemarias gab, aus Rache dafür, dass Annemaria ihr immer wieder die Haube vom Kopf riss.
Am darauffolgenden Tag gab es einen zweiten Prozess, in dem sie gefragt wurde, wer ihr den geholfen habe, woraufhin sie antwortete, dass der Teufel ihr zur Seite stand!

Nach langen Verhandlungen wurde Anna Göldi als Vergifterin zum Tode durch ein Schwert verurteilt und am 13. Juni 1782 durch einen Henker enthauptet!



Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_G%C3%B6ldi

http://www.annagoeldin.ch/



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