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 Beitrag Verfasst: Sonntag, 24. Juli 2011, 18:06:21 
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Registriert: Freitag, 24. April 2009, 02:22:55
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Der Zahnarzt Albert Southwick wurde 1881 zufällig Zeuge eines Unfalls, bei dem ein betrunkener Mann einen Stromgenerator berührte und daraufhin sofort starb. Er erzählte dieses Ereignis seinem Freund, Senator David McMillan, der es Gouverneur David B. Hill weitererzählte. Der Gedanke der Männer war es, das Erhängen als grausame Hinrichtungsmethode zu ersetzen. 1886 rief das Parlament des Staates New York eine Kommission ins Leben, die eine "menschliche und bequeme" Art der Hinrichtung finden sollte. Man beauftragte Thomas Edison mit der Untersuchung einer Hinrichtungsmethode per Elektrizität. Zahlreiche Versuche mussten dabei durchgeführt werden bevor der Elektrische Stuhl in seinem Endformat von Edisons Mitarbeiter Harold P. Brown entwickelt werden konnte. Der Stuhl kostetete etwa 35.000 $, der benötigte Starkstom ungefähr 30 Cent. Da Edison sich stark für Browns Arbeit einsetzte, gilt er als Erfinder des Elektrischen Stuhls. Edison und George Westinghouse, der den Wechselstrom propagierte, lieferten sich damals einen erbitterten Streit darüber, welche Stromart sicherer in der Anwendung sei. Edison versuchte, durch mehrere Tests mit Katzen und Pferden die Gefährlichkeit des Wechselstroms seines Widersachers zu belegen. Dabei wurde von Harold P. Brown sogar die Elefantenkuh Topsy, mit Wechselstrom "hingerichtet". Das Tier wurde getötet, indem es mit seinen Füßen auf Metallplatten gestellt und durch Ketten fixiert wurde, bevor Wechselstrom durch die Metallplatten geleitet wurde.

Auch der Elektrische Stuhl wurde für Wechselstrom entworfen und Edison schlug den Begriff "Electrocution"oder "to westinghouse" für die Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl vor. Westinghouse wehrte sich dagegen öffentlich. Westinghouse bangte um den Ruf seiner Firma, die mit der mutmaßlich gefährlichen Wechselspannung Geld verdienen wollte. Nach 14 Monaten war die Anhörung vorbei, und Edison durfte den Elektrischen Stuhl zum Einsatz für eine Hinrichtung vorbereiten. Die meisten Experimente durch Edison und Brown fanden 1888 in Edisons West Orange Laboratorium in New Jersey statt. Die elektrische Hinrichtung wurde am 1. Januar 1889 eingeführt. Im Juni 1888 trat im Staat New York ein Gesetz in Kraft, das die Hinrichtung von zum Tode verurteilten Verbrechern durch Benutzung des Elektrischen Stuhls vorsah. Diese, gegenüber dem Erhängen als "menschlicher" empfundene Todesart kam am 6. August 1890 im Auburn-Staatsgefängnis im Bundesstaat New York erstmals zum Einsatz. Der erste auf einem Elektrischen Stuhl hingerichtete Mensch war William Kemmler, der wegen eines Axtmordes an einer Frau zum Tode verurteilt wurde. Die Hinrichtung im Auburn Prison wurde durch den State Electrician Edwin Davis durchgeführt. Kemmler wurde auf dem präparierten Stuhl festgezurrt und mit jeweils einer Elektrode am Rücken und einer am Kopf verbunden (die Beinelektrode wurde erst später eingeführt). Zunächst wurde eine Spannung von 1000 Volt eingestellt. Nachdem der Strom eingeschaltet wurde, verkrampfte Kemmler unter starkem Zucken und wand sich vor Schmerzen. Nach 17 Sekunden wurde der Strom erstmals abgeschaltet. Zum Entsetzen der anwesenden Ärzte und Zeugen lebte Kemmler jedoch noch. Der Verurteilte röchelte, keuchte und erbrach sich. Man entschloss sich daher, die Spannung zu verdoppeln und somit auf 2000 Volt zu erhöhen.

Ein der Hinrichtung als Zeuge beiwohnender Reporter der New Yorker Presse bezeichnete anschließend diese neue Hinrichtungsmethode als eine äußerst grausame und qualvolle Art, jemanden zu töten. Auch George Westinghouse war fassungslos: "Mit einer Axt hätten sie es besser gemacht.“, wird er zitiert. Die erste Frau, die durch den Elektrischen Stuhl hingerichtet wurde, war Martha M. Place am 20. März 1899. Sie wurde wegen Mordes an ihrer Stieftochter Ida zum Tode verurteilt. Auch sie starb wie zuvor schon William Kemmler durch Edwin Davis als State Electrician. Der erste Elektrische Stuhl in Texas, wie in einigen anderen Staaten der USA "Old Sparky" genannt, wurde 1924 von einem zum Tode verurteilten Häftling aus stabilem Eichenholz erbaut und war 40 Jahre in Betrieb. Erst 1964 wurde er durch ein moderneres Modell ersetzt. Besonderes Aufsehen erregte der Prozess gegen die der Spionage beschuldigten Ethel und Julius Rosenberg, die am 19. Juni 1953 exekutiert wurden. Die erste Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl nach der Aussetzung der Todesstrafe durch den Obersten Gerichtshof zwischen 1972 und 1976 fand am 25. Mai 1979 statt, als John Arthur Spenkelink in Florida hingerichtet wurde. Nebraska ist heute der einzige Bundesstaat der USA, in dem der Elektrische Stuhl die einzige Exekutionsmethode ist. Außerdem führen die Staaten Alabama, Florida, Georgia, South Carolina, Virginia und Illinois diese Methode noch immer fort, nachdem sie in vielen Staaten bereits abgeschafft worden ist. In Arkansas, Kentucky und Tennessee werden die Todeskandidaten nur noch mit der Giftspritze exekutiert, allerdings können die Verurteilten, sofern das entsprechende Verbrechen noch vor dem Abschaffungsdatum stattfand, auf eigenen Wunsch auch auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet werden.

Die zur Exekution vorgesehene Person wird mit mehreren breiten Lederriemen fest am Stuhl fixiert, weil zu erwarten ist, dass der Verurteilte sich durch die Stromstöße stark verkrampft. Eine Elektrode wird am Kopf befestigt, eine weitere am nackten Bein. Dem Verurteilten werden in der Regel eine Tonsur auf dem Kopf rasiert und in der Regel trägt der Verurteilte eine Art Stahlhelm, es befindet sich ein salzwasserdurchtränkter Naturschwamm zwischen Haut und Elektrode. Dem Verurteilten werden die Augen verbunden oder es wird ihm eine Maske aus Stoff über das Gesicht gezogen, um zu verhindern, dass die Augäpfel aus ihren Höhlen treten, oder den anwesenden Zeugen Leidensmienen des Verurteilten erspart bleiben. Bei der Exekution werden mindestens drei Stromstöße angewendet, die der körperlichen Statur des Verurteilten entsprechend unterschiedlich lange andauern. Zunächst werden für 23 Sekunden 2000 Volt eingesetzt, um den Widerstand der Haut zu brechen. Danach wird ein zweiter Stoß mit 900 Volt für 7 Sekunden durchgeführt, um den Stromfluss zu reduzieren und Brände zu vermeiden. Bei der Hinrichtung fließt üblicherweise ein Strom von 6–14 Ampere und der Körper erhitzt sich auf über 59 °Celsius. Nach dem ersten Stromstoß soll die Bewusstlosigkeit eintreten. Nach dem dritten Stromstoß prüft ein Arzt, ob der Delinquent noch lebt. Ist dies der Fall, so erhält der Gefangene wiederum Stromstöße. Diese Prozedur wird bei Bedarf theoretisch so oft wiederholt, bis der Verurteilte letztendlich stirbt. Der Tod tritt schließlich durch Herzstillstand und Lähmung der Atemwege, oder durch das Stocken von Eiweiß ein. "Das Gehirn," versichert ein Henker, "ist schon nach einer tausendstel Sekunde tot, dann spürt der Mensch nichts mehr", doch beweisbar ist dies nicht.

Hinrichtungen auf dem Elektrischen Stuhl schlagen oftmals fehl. Recht häufig kommt es vor, dass die beschriebenen drei Stromstöße nicht ausreichen, um den Gefangenen zu töten. So geschehen bei der Hinrichtung John Evans in Alabama. Nach Verabreichung des ersten Stromstoßes bäumte sich der Körper des Gefangenen auf, Funken sprühten um den Schädel und die Elektrode an der Wade. Die Elektrodenhalterung an der Wade brannte durch, schließlich fiel die Elektrode selbst auf den Fußboden. Unter der Maske lief Speichel hervor und Evan's Herz schlug weiterhin. Nach dem zweiten Stromstoß züngelten kleine Flammen am Kopf. Aus den Elektroden stieg Rauch auf. Evans lebte noch immer.Trotz eines Appells seitens des Verteidigers, jetzt Gnade walten zu lassen, entschied Gouverneur Wallace, die Hinrichtung weiterzuführen. Nun folgte ein dritter Stromstoß und neun Minuten später wurde der Tod des Verurteilten festgestellt. Es gibt zahlreiche Berichte darüber, dass die Körper der Verurteilten zu brennen begannen oder Transformatoren überhitzten, sodass die Exekutionen unterbrochen werden mussten. 1946 versagte die Methode beispielsweise bei Willie Francis, der Berichten zufolge: "Hört auf! Lasst mich atmen!" schrie. Darauf sollte ein Prozess vor dem US Supreme Court klären, ob Francis nun bereits hingerichtet sei oder nochmals exekutiert werden müsse. Francis verlor den Prozess und wurde ein Jahr später bei seiner zweiten Hinrichtung getötet.

Selbst bei korrekt vollzogenen Hinrichtungen können starke Verbrennungen an der Haut auftreten, sodass diese an den Kontaktstellen, zum Teil am Stuhl oder vielmehr an den Elektroden, festbrennt. Der Verurteilte verliert bei seiner Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl vollständig die Kontrolle über seine Muskulatur. Dies hat zur Folge, dass die meisten Verurteilten während der Hinrichtung defäkieren. Teilweise wurden die Elektrischen Stühle an diese Bedingungen angepasst. Der Erfindung von Thomas Edison fielen bis heute mehr als 4000 Menschen zum Opfer. Alle zum Tode verurteilten starben angeblich so, wie es die amerikanische Verfassung in ihrem Absatz gegen "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" vorschreibt: schnell und schmerzlos. Die grausig anzusehenden Muskelkrämpfe bei einer Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl ließen an der angeblichen Schmerzfreiheit jedoch immer wieder Zweifel aufkommen. Allerdings wurde diese Hinrichtungsmethode vom Obersten Gericht des Bundesstaates am 8. Februar 2008 für verfassungswidrig erklärt, da sie eine besonders "grausame und ungewöhnliche" Hinrichtungsart sei.

Das Gericht begründete weiter: "Es ist das Kennzeichen einer zivilisierten Gesellschaft, dass wir Grausamkeit bestrafen, ohne sie selbst anzuwenden." Trotz alledem wurde als bislang letzter Verurteilter der Doppelmörder James Earl Reed in South Carolina am 20. Juni 2008 auf dem Elektrischen Stuhl exekutiert.

Wie steht ihr zu diesem Thema würde mich jetzt interessieren?

Quellen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrischer_Stuhl

http://en.wikipedia.org/wiki/Electric_chair

http://www.ccadp.org/electricchair.htm


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 Beitrag Verfasst: Montag, 25. Juli 2011, 12:07:42 
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Registriert: Sonntag, 17. Juli 2011, 01:09:01
Beiträge: 40
Heyyy Danke für den Beitrag.

Ich hatte keine Plan davon. Aber interessant mal so was am Rande mitzunehmen in die eigene Bildung.
Finde ich klasse jetzt ein wenig mehr darüber zu wissen.

Finde ich total krass mit den fehlgeschlagenen Hinrichtungen. OMG!

Danke


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